Onlineshop in Polen 2026 — VAT, Steuern und rechtliche Pflichten
Sie planen einen Onlineshop? Polen hat einige der strengsten E-Commerce-Vorschriften in der EU — VAT (Mehrwertsteuer), Online-Registrierkasse, AGB, DSGVO, E-Rechnungen (KSeF). Jeder Bereich birgt Bußgeldrisiken bei fehlerhafter Umsetzung. Wir zeigen alle Pflichten im Jahr 2026.
Wahl der Unternehmensform
Ein Onlineshop ist eine gewerbliche Tätigkeit — eine Registrierung ist erforderlich:
- JDG (Einzelunternehmen) — die einfachste Form, für Einsteiger, KPiR (Steuerbuch der Einnahmen und Ausgaben) oder Ryczałt (Pauschalsteuer) 3 %
- Sp. z o.o. (polnische GmbH) — für größere Unternehmen, Haftungsschutz, CIT 9 %/19 %
- Nicht registrierte Tätigkeit — nur bei einem Umsatz unter 7 200 PLN/Jahr (Kleinstaktivität)
Die meisten mittelgroßen Shops werden als JDG mit KPiR geführt, größere (über 500 000 PLN Umsatz) als Sp. z o.o.
VAT im Onlineshop
VAT-Befreiung bis 240 000 PLN Jahresumsatz — gut für den Start, aber:
- Sie können keine VAT aus Einkäufen abziehen
- Sie stellen keine VAT-Rechnungen aus (nur einfache Kassenbelege / Rechnungen ohne VAT)
- B2B-Kunden möchten Sie möglicherweise meiden (kein VAT-Abzug möglich)
Aktiver VAT-Pflichtiger (über 240 000 PLN oder freiwillig):
- VAT 23 % / 8 % / 5 % je nach Produkt
- Vorsteuerabzug aus Einkäufen (Waren, Kraftstoff, Abonnements)
- JPK_V7M (einheitliche Steuerdatei) monatlich
- OSS (One-Stop-Shop) für EU-Verkäufe (ab 10 000 EUR)
Online-Registrierkasse (E-Commerce-Shop)
Seit 2024 müssen E-Commerce-Shops eine Online-Registrierkasse führen, wenn:
- sie an Verbraucher verkaufen (B2C)
- der Umsatz 20 000 PLN/Jahr übersteigt (ab 2026 niedrigere Schwelle)
Ausnahmen: ausschließlicher B2B-Verkauf mit Rechnungen, ausschließlicher Verkauf über Plattformen (Allegro, Amazon — diese übernehmen die Fiskalisierung selbst).
Die Online-Registrierkasse ist mit dem CSO-System (Centralne Repozytorium Kas) des Finanzministeriums verbunden — jede Transaktion wird in Echtzeit übermittelt.
AGB und DSGVO
Ein Onlineshop benötigt:
- AGB (Regulamin) — Kaufbedingungen, Widerrufsrecht (14 Tage), Reklamationen, Lieferung
- Datenschutzerklärung — DSGVO Art. 13, Angaben zum Verantwortlichen, Verarbeitungszwecke, Betroffenenrechte
- Cookie-Richtlinie — Einwilligung vor dem Setzen nicht notwendiger Cookies erforderlich
- Hinweis zur außergerichtlichen Streitbeilegung — Link zur ODR-Plattform
Fehlende AGB = automatisches 14-tägiges Widerrufsrecht des Kunden + Bußgelder von UOKiK (Amt für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz) bis zu 10 % des Umsatzes.
KSeF und E-Rechnungen 2026
Ab April 2026 ist KSeF (Nationales E-Rechnungssystem) verpflichtend:
- Alle B2B-Rechnungen — über KSeF
- B2C-Rechnungen — Kassenbeleg oder vereinfachte Rechnung (ggf. außerhalb von KSeF möglich)
- Eingangsrechnungen von Lieferanten — werden über KSeF empfangen
- Shops müssen eine API-Integration mit KSeF haben
Die meisten E-Commerce-Plattformen (Shopify, WooCommerce, PrestaShop) bieten Plugins für KSeF an — prüfen Sie die Kompatibilität.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich einen Shop ohne Gewerbeanmeldung betreiben?
Was gilt für die VAT beim Dropshipping aus China?
Brauche ich eine Registrierkasse, wenn alles online bezahlt wird?
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