Steuerprüfung — wie Sie sich vorbereiten und was Ihr Unternehmen wissen muss
Eine Steuerprüfung ist für viele Unternehmer ein Grund zur Panik. In Wirklichkeit folgt das Finanzamt einem festgelegten Verfahren — und Sie haben konkrete Rechte. Wir zeigen, wie Sie eine Prüfung erkennen, wie Sie sich verhalten, welche Unterlagen Sie bereitstellen sollten und was Sie vermeiden müssen, um den Prozess problemlos zu überstehen.
Wie eine Steuerprüfung beginnt
Eine Steuerprüfung beginnt mit einer schriftlichen Ankündigung, die mindestens 7 Tage vor dem geplanten Beginn zugestellt wird (mit Ausnahmen: Prüfungen zur Verbrauchsteuer, zu Glücksspielen oder in Fällen besonderer Dringlichkeit — dann ohne Vorankündigung).
Die Ankündigung enthält:
- Den zeitlichen Umfang (welche Monate/Jahre)
- Den sachlichen Umfang (VAT, PIT, CIT, Verbrauchsteuer etc.)
- Den Termin des Prüfungsbeginns
- Die Daten der Prüfer
Ihre Rechte als geprüfte Person
- Vertretung durch einen Bevollmächtigten — Sie haben das Recht, sich durch einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder Rechtsberater vertreten zu lassen
- Recht auf Information — die Prüfer müssen jedes angeforderte Dokument und den Grund der Anforderung erläutern
- Recht auf Einsicht in die Protokolle — Sie können diese lesen und Einwände erheben
- Recht auf Einspruch — gegen den Prüfungsbescheid haben Sie 14 Tage Zeit für einen Einspruch
- Recht auf Kostenerstattung — stellt die Prüfung keine Rückstände fest, erstattet das Finanzamt die entstandenen Kosten (bis zu einer Obergrenze)
Welche Unterlagen Sie vorbereiten sollten
Standardunterlagen, die Prüfer anfordern können:
- VAT-Rechnungen (Ausgangs- und Eingangsrechnungen)
- Bankauszüge
- Verträge mit Geschäftspartnern und Arbeitnehmern
- KPiR (Einnahmen-Ausgaben-Buch) oder Handelsbücher
- Erklärungen JPK_V7M / V7K, PIT-36 / CIT-8
- Steuerliche Dokumentation (Auslegungen, Anträge)
- Personalunterlagen (falls die Prüfung den Bereich Personal/Lohn umfasst)
Tipp: Bereiten Sie alles in elektronischer Form vor (PDF, Excel) — das beschleunigt den Prozess und zeugt von Professionalität.
Wie Sie sich während der Prüfung verhalten sollten
Ja:
- Bewahren Sie Ruhe — eine Prüfung ist kein Urteil
- Antworten Sie sachlich und nur auf die gestellten Fragen
- Notieren Sie alles (wer, wann, was angefordert wurde)
- Übergeben Sie Dokumente nur in Kopie, behalten Sie die Originale
- Besprechen Sie Zweifel mit Ihrem Steuerberater
Nein:
- Spekulieren Sie nicht — fragen Sie nach Details
- Unterschreiben Sie nichts unter Druck (Sie haben 14 Tage für Einwände)
- Löschen Sie keine Dokumente oder Daten aus dem System
- Kontaktieren Sie keine anderen geprüften Personen in derselben Angelegenheit (kann als Behinderung der Prüfung gewertet werden)
Die häufigsten Fehler während einer Steuerprüfung
- Fehlende Organisation der Unterlagen — Chaos bei den Rechnungen verlängert die Prüfung und lässt Unregelmäßigkeiten vermuten
- Keinen Berater hinzuziehen — viele Unternehmer versuchen es allein und enden mit Steuerbescheiden
- Improvisierte Antworten — „Ich erinnere mich nicht" oder „Vermutlich ja" wirken sich nachteilig aus
- Fehlende Besprechungsprotokolle — alles, was gesagt wird, sollte aktenkundig sein
- Missachtung von Fristen — das Versäumen der Einspruchsfrist bedeutet Anerkennung des Bescheids
Häufig gestellte Fragen
Wie lange kann eine Steuerprüfung dauern?
Kann ich gegen den Prüfungsbescheid Einspruch einlegen?
Was tun, wenn die Prüfer unhöflich sind?
Benötigen Sie Unterstützung?
Das Team von Księgowość 365 — erfahrene Buchhalter — übernimmt Ihre Buchhaltung und Abrechnungen nach aktuellen Vorschriften. Erste Buchhaltungsberatung online kostenlos.
Kostenlose Beratung